Novartis Award Beste Klinik-Website

  • Eintrag von ELSTE
  • 14.12.2019
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Die Ausschreibung »Deutschlands Beste Klinik-Website« ist der größte Award um die professionellste Homepage von Krankenhäusern. Der Wettbewerb Deutschlands Beste Klinik-Website ist ein wissenschaftliches Projekt, das sich mit der Analyse und Bewertung von medizinischen Webseiten / Homepages befasst. Der Award findet bereits seit 2003 unter der Schirmherrschaft von Novartis aus Nürnberg und unter der Leitung des Arztes Frank Elste, Professor an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach, am Campus Bad Mergentheim, in jährlichem Turnus statt. Durch das Engagement der Industrie wurde es außerdem möglich, allen Teilnehmern von Deutschlands Beste Klinik-Website die parallele Zertifizierung der Initiative Medizin Online (imedON) zu ermöglichen.

Das Wissenschaftsprojekt

Patienten und Zuweiser besuchen regelmäßig die Webseiten von Krankenhäusern und Kliniken. Dies betrifft alle Altersklassen und alle Geschlechter. Eine schlechte Homepage geht mit einer negativen Reputation der medizinischen Einrichtung einher. Der Patient entscheidet bei elektiven Eingriffen immer häufiger anhand von Informationsmedien und sozialen Kanälen, in welches Krankenhaus er gehen wird. Ein Webseite, die ihm verständlich erklärt, was ihn erwartet oder was er zu beachten hat, assoziiert er mit einer guten Medizin und einer guten Qualität. Doch was genau prüft ein Patient auf der Webseite einer Klinik? Was interessiert die Zuweiser und welche Inhalte sind für Besucher wichtig? Antworten auf diese Fragen liegen dem Wissenschaftsprojekt Deutschlands Beste Klinik-Website zugrunde. Die Ausschreibung bewertet Webseiten von Krankenhäusern nach wissenschaftlichen Kriterien, die jährlich an die Bedürfnisse der Zielgruppen von Krankenhäusern in aufwendigen Studien angepasst werden.

Bewertungskriterien

Bei dem Award um die Beste Krankenhaus Homepage werden die Webseiten nach den »MiM (Marketing in der Medizin) - Kriterien« der Arbeitsgruppe »Marketing und Werbung in der Medizin« der Heidelberger Universität bewertet. Diese Kriterien sind seit ihrer Entwicklung in den Jahren von 2000 bis heute stetig auf über 200 Einzelkriterien angewachsen. Die Bewertungskriterien wurden von einer Forschungsgruppe unter Prof. Elste überarbeitet und an die Änderungen im Web angepasst. Seit 2012 fließen ergänzend die Qualitätsberichte der Krankenhäuser in die Kriterien ein. Im Anschluss an die Expertenprüfung werden die besten 20 Webseiten einer kritischen Fachjury vorgestellt. Durch die Jury werden die Webseiten nochmals einem speziellen Bewertungsprozess unterzogen. Am Ende bestimmt dann diese hochkarätige Jury die Gewinner. Bei den wissenschaftlichen MiM / MMA-Kriterien werden unter anderem berücksichtigt:

  1. Design und Gestaltung inkl. Farbgebung und Schriften
  2. Bedienung der Homepage
  3. Kreativität und die Integration neuer Ideen in den Online-Auftritt
  4. medizinische Inhalte für alle Zielgruppen
  5. organisatorische Inhalte für alle Zielgruppen
  6. Informationen für bestimmte Zielgruppen: Zuweiser, Patienten, Besucher, Mitarbeiter, Studierende, Lieferanten
  7. Einsatz von Techniken des modernen Web (Blog, Podcast, VR, Videos etc)
  8. Integration von Social Web-Funktionen (YouTube Channel etc.)
  9. Optimierung für mobile Endgeräte
  10. Onlinemarketing
  11. Informationsqualität, wie Objektivität oder Verständlichkeit
  12. Barrierefreiheit
  13. sprachliche Formalia (Rechtschreibung, Fachsprache, Laiensprache, Fremdsprache etc.)
  14. juristische Betrachtung, wie Einhaltung des Telemediengesetz und die Anpassung an die Datenschutz-Grundverordnung

Für den Sonderpreis »Medizin« werden besondere Kriterien bei der Analyse eingesetzt.

Untergruppen

Zu jeder Kriteriengruppe gehören 10–20 Einzelmerkmale. Alle Kriterien werden mittels einer ordinalen Skala (Schulnoten) oder nominativ (vorhanden / nicht vorhanden) bewertet.

Design und Usability

Beim Design werden unter anderem der erste Eindruck der Startseite, die farbliche Gestaltung, das Schriftbild / die Typographie, Qualität und Auswahl der Abbildungen sowie das gesamte CD bewertet. In der Usability finden die Steuerungsmöglichkeiten über die Webseite, das Vorhandensein von Buttons auf der Webseite, Orientierungshilfen und der gesamte logische Aufbau Berücksichtigung. Ebenso werden die Barrierefreiheit und die Möglichkeit des Ausdruckes etc. mit einer ordinalen Skala bewertet.

Inhalte

Größter Komplex sind die Inhalte der Webseite, die nach Zielgruppen getrennt analysiert werden. Im Zentrum stehen dabei die medizinischen Informationen inklusive der Illustrationen. Aber auch ein Glossar oder die Möglichkeit des Downloads von Medizintexten werden von den Gutachtern geprüft. Dabei werden die Gutachter nach Zielgruppe ausgewählt. Inhalte für Ärzte / Einweiser werden beispielsweise von einem Arzt analysiert und bewertet. Neben den medizinischen Hauptinformationen finden die organisatorischen Inhalte Berücksichtigung bei der Ermittlung des Endwertes der Webseite. Dazu zählen Lebensläufe und Bilder ebenso wie Checklisten oder Anfahrtsskizzen. Serviceleistungen für Patienten oder Ärzte, Onlineformulare, Downloadmöglichkeiten etc., werden gesondert bewertet. Dabei werden die Techniken des modernen Web mit Blogs, PodCasts, VR, Community-Möglichkeiten, mobile Applikationen etc. einzeln analysiert und geprüft.

Technik

Wie die Webseite – technisch betrachtet – vermarktet wird, wie das Ranking ist und wie die Meta-Tags gesetzt werden, findet im Bereich Onlinemarketing Berücksichtigung. Abzüge gibt es bei technischen Problemen, veralteten Seiten, langen Ladezeiten, nicht abstellbarer Musik und toten Links. Abgerundet wird das Gesamtbild durch die unverbindliche rechtliche Analyse.

Patientenmeinungen

Seit 2010 wurden Laienmeinungen von Patienten in die Bewertung mit aufgenommen. Über ein randomisiertes Bewertungsverfahren können Patienten bis zu fünf Webseiten von Krankenhäusern anhand verkürzter Bewertungskriterien bewerten. Diese Noten fließen dann zu einem Teil in die Endnote mit ein. Auch wenn der Einfluss nur wenige Prozent ausmacht, so kann er am Ende durchaus das Ranking noch beeinflussen. Insbesondere dann, wenn die Endnoten – wie fast jedes Jahr – so eng beieinander liegen.

Der Bewertungsprozess

Nach Eingang aller Bewerbungen wird ein Team von mehreren Gutachtern zusammengestellt. Jeder Gutachter bewertet einen bestimmten Bereich der Webseiten nach unterschiedlichen Kriterien. Beispiel: der Gutachter für das Design bewertet Farben, Schriften, Lesbarkeit, Qualität der Fotos, Einsatz von Illustrationen und Corporate Design der Internetseiten im Detail, Bedienung und Technik gehen ebenfalls in die Gesamtnote mit ein. Die anderen Fachbereiche werden von den entsprechenden Gutachtern analog bewertet. Medizinische Informationen für Patienten werden von Nichtmedizinern, Informationen für Zuweiser von Ärzten bewertet. Am Ende liegt für jedes Bewertungskriterium eine Einzelbewertung vor, das für jeden Teilbereich zu einem ersten Ergebnis aufsummiert wurde (beispielsweise ein Score für Design, ein Score für Bedienung, etc.). Aus allen Einzelbewertungen wird dann der Endwert berechnet. Dabei werden bestimmte Merkmale, die für Patienten wichtiger sind, höher bewertet, so zum Beispiel medizinische Informationen.

Teilnehmen an der Studie

Wer als Krankenhaus / Klinik an der Ausschreibung um Deutschlands Beste Klinik-Website teilnehmen möchte, kann sich auf der Webseite zum Award einschreiben. Die Anmeldung ist immer von Mai bis voraussichtlich Juni geschaltet. Informationen gibt es in der FAQ-Sammlung.